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Hundeleben an Bord

Jetzt hatten wir über Wochen ausgiebig Gelegenheit, die Vorlieben und Abneigungen unseres Bootshunds Lucky an Bord unserer Colette zu studieren. Dabei wurde Folgendes deutlich:

Am Bootsleben liebt Lucky besonders ausgiebige Landgänge, Dingifahrten mit Außenborder mehr als gepaddelte oder geruderte, langes Ausschlafen. Angeleint durch Schutzgebiete wandern zu müssen, ist für ihn dagegen oft nervig.

Er mag natürlich das stets gute Essen an Bord. Er mag aber nicht, auf Essen warten zu müssen.

Deshalb ist für ihn das an Bord gehen auch kein Problem (mehr). Vom Kai, sozusagen ebenerdig ist ja eh klar. Vom Dingi über die Badeplattform am Heck nach oben springen, ist mittlerweile ein Kinderspiel, und wenn es sein muss, wenn die Colette z.B. an Land steht, geht es auch mit dem Flaschenzug (könnte sogar Spaß machen, wenn die Gurte nicht so drücken würden).

Was Lucky eindeutig nicht mag, ist, wenn er die Schwimmweste anziehen muss und wenn wir unter Motor fahren!

Segeln auf Raumschotkurs oder bei achterlichem Wind findet er gut, gegen den Wind anbolzen dagegen blöd und Windstärken über 6 Beaufort sind grundsätzlich hässlich. Zu viel Schräglage findet er ebenfalls doof.

Segeln ohne Wellen ist großartig, segeln mit Wellen zuweilen zum Kotzen. Segeln mit Wellen und dabei mit Herrchen schnuckeln hilft.

Regen im offenen Cockpit oder auf Landgängen ist für Lucky unausstehlich. Dem Regen dagegen unter der Kuchenbude zuhören oder während es draußen regnet gemütlich unter Deck auf dem Ledersofa liegen, genießt er!

In kleinen Häfen anlegen ist gut, in ruhigen Buchten vor Anker liegen noch besser. Hektische Großstädte sind für ihn dagegen meistens anstrengend und ermüdend.

Vögel beobachten ist für Lucky langweilig, bei Landgängen Hasen und Rehe jagen wäre klasse, darf er aber nicht. Auch Angeln ist langweilig, da dabei sowieso nichts gefangen wird und er an und für sich auch keinen Fisch mag.

Alles in Allem unterscheiden sich Luckys Vorlieben und Abneigungen gar nicht so sehr von den unsrigen und damit lässt es sich für ihn eigentlich ganz gut mit uns auf dem Boot aushalten. Allerdings ist ihm eine Bedingung wichtig: Wenigstens einmal am Tag muss es einen Landgang geben. Denn die Benutzung der „Bordtoilette“ hat er immer noch nicht gelernt.

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