17.05. – 24.05.2026
Am Sonntagabend kommt Heiner mit dem Flieger in Sukošan an. Wir essen eine Kleinigkeit im Dorf, dann richtet sich Heiner für die nächsten 14 Tage auf der Colette ein. Am Montagmorgen steht zuerst Einkaufen auf dem Programm, dann setzen wir Segel. Ziel Kaprije, ca. 30 Seemeilen. Wir können beinahe die gesamte Strecke segeln. Sehr schön!

In der Bucht von Kaprije liegen noch zwei weitere Boote. Mehr nicht. Wir legen uns an eine Boje, eine freundliche junge Frau im stark motorisierten Schlauchboot hilft uns und kassiert dann auch gleich für den Bojenplatz. 50 €. Ziemlich teuer, aber Kaprije ist es uns wert. Die Bucht und die Insel sind schön wie immer.

Am nächsten Morgen setzen wir zur Insel über und wandern über den „Hausberg“ zum Dorf Kaprije. Wie oft sind wir (Friederike und ich zusammen mit Lucky) diesen Weg gegangen. Jetzt wird es wohl einige Jahre dauern, bis ich hier wieder spazieren gehen werde. Alles scheint hier unverändert. Nur oberhalb des Dorfes wird gerade ein neues Baufeld erschlossen. Sicherlich für Ferienhäuser. Auch auf Kaprije wird der Tourismusboom nicht Halt machen.




Bis wir am Nachmittag wieder an auf der Colette ankommen, steht ein mächtiges Gewitter über der Bucht. Es zieht Richtung Festland ab, trotzdem beschließen wir, noch eine Nacht an der Boje zu bleiben.

Tschüss Kaprije! Am nächsten Morgen starten wir gleich morgens um 8.00 Uhr. Wir wollen heute bis in die Bucht von Split/Trogir kommen, denn Morgenmittag (Donnerstag) landet dort Lukas. Grund: Unser Wassermacher, den Lukas im April eingebaut hatte und der auch vier, fünf Mal gute Dienste tat, wurde undicht und beim letzten Versuch, Wasser zu machen, leckte er so stark, dass ich abbrechen musste. Meine erste Untersuchung ließ mich ratlos zurück. Ein Bootsbauer war gefragt und Lukas entschied, für drei Tage nach Kroatien zu kommen.
Von Kaprije bis zur Bucht von Split sind es über 40 Seemeilen. Ein langer Schlag. Die ersten beiden Stunden brauchen wir den Motor, dann können wir zuerst mit raumem Wind und schließlich mit Schmetterling wie auf Schienen Split entgegen segeln.
Wir ankern vor der Autobrücke von Trogir. Von hier aus lässt es sich gut mit dem Dingi in das mittelalterliche, sehr schöne Städtchen übersetzen.



Lukas kommt mit einer Stunde Verspätung. Zeit für uns zu einem kleinen Bummel durch Trogir. Dann holen wir Lukas vom Flughafen ab. Dazu müssen wir zwei Seemeilen der Küste entlangfahren und in unmittelbarer Nähe zum Flughafengebäude mit der Colette zwei Runden drehen. Heiner setzt mit dem Dingi zum Steg über, dort wartet schon Lukas, der vom Flughafengebäude bis zum Steg zu Fuß keine 10 Minuten gebraucht hat. Perfekter Treffpunkt!

Zurück an unserem Ankerplatz schaut sich unser Bootsbauer nach dem Mittagessen den Wassermacher an. Alles muss komplett ausgebaut werden. Dann wird Lukas fündig. An der Endkappe der Osmoseröhre hat sich ein kleiner Riss gebildet. Und auch dem Hersteller des Wassermachers ist völlig unklar, wie es zu diesem Riss kommen kann. Der sichert uns unkomplizierte Hilfe zu, das beschädigte Teil kann er nach Pfingsten zu uns nach Hause schicken. Das ist gut, hilft uns aber vor Ort nicht. Wieder einmal muss improvisiert werden. Mit Epoxyharz verschließt und klebt Lukas den Riss. Ob die Klebenaht hält, können wir erst nach dem Aushärten des Harzes und im eigebauten Zustand des Wassermachers testen. Also warten bis morgen.



Er hält! Sehr gut und großen Dank an den Bootsbauer!
Während wir den Wassermacher eingebaut und dann auch erfolgreich Wasser gemacht haben, war Heiner einkaufen. So, Colette und wir wären damit für eine schöne Segelausfahrt gerüstet. Da Lukas erst am Sonntagmorgen zurückfliegen wird, sollte es uns zu einem Törn auf die Südseite von Brač in die Uvala Blaca reichen.
Die Ausfahrt aus der Bucht von Trogir verlangt uns viele Wenden ab. Und dann passiert es: Heiner reißt es die Mütze vom Kopf! Aber das Mützen-über-Bord-Manöver gelingt, Mütze gerettet.


Innerhalb und außerhalb der Bucht bläst der Wind aus unterschiedlichen Richtungen. Für die zehn Seemeilen nach Brač wechseln wir zwischen Segeln und Motoren. Dann noch fünf Seemeilen der rauen, menschenleeren Küste von Brač entlang und wir werden mit einer wunderschönen Bucht belohnt. Die Bucht ist wohl sehr eng und wir brauchen Landleinen, um Colette mit Anker und Leinen in der Position zu halten. Aber mit Lukas am Ruder gelingt uns das Manöver gut. Nach einer Stunde sind die Leinen gespannt, der Anker sitzt und der böige Wind kann unser Schiff nicht aus der Ruhe bringen.



Das ist auch wichtig, denn am nächsten Morgen machen wir eine lange Wanderung hinauf zum ehemaligen Kloster Blaca. Gegründet im 16. Jahrhundert als Versteck vor den Überfällen der Türken, klebt das kleine Kloster in der schroffen Felslandschaft über der Bucht. Zwischen Bucht und Kloster zieht sich ein Bachbett ohne Bach, das den Mönchen zur Landwirtschaft gedient hat. Die Anbauflächen und auch die Terrassen in den steilen Hängen sind noch gut auszumachen. Wir rätseln, was die Mönche wohl angebaut haben: Oliven, Wein, Mandeln, Zitrusfrüchte, Granatäpfel, Feigen, Kartoffeln und Mangold? Vielleicht auch Getreide? Die Arbeit war sicherlich hart, aber das enge Tal und oberhalb das Kloster strahlen eine große Ruhe aus. In guten Zeiten konnte man hier sicherlich gut leben und es blieb wohl auch Zeit für Muse, Philosophie und Naturwissenschaft. Die Mönche haben über die Jahrhunderte eine große Bibliothek aufgebaut und ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse mit der Fachwelt in Europa geteilt. Der letzte Mönch war sogar ein weltbekannter Astronom. Er lebte bis 1963 dort oben und hat mit seinem Observatorium Sterne und Kometen entdeckt.







Um die Mittagszeit sind wir wieder bei der Bucht. Der warme Sommertag lockt ins Wasser. Bei 19 Grad Wassertemperatur wird jetzt offiziell die Badesaison eröffnet. Lukas nützt die Gelegenheit und checkt das Unterwasserschiff. Es gibt wohl reichlich grüne Algen, aber alles ist o.k.

Dann geht es unter Segel zurück nach Trogir. Nochmals testen wir den Wassermacher. Er hält dicht. Hoffentlich bleibt das so.
Zum Abendessen und als Abschluss für den Kurztrip von Lukas gehen wir am Abend in Trogir essen: Ćevapčići, was sonst. Und danach ein Bier!

Am Sonntagmorgen kommt der Abschied schnell. Gegen 7.00 Uhr setzten wir Lukas am Steg beim Flughafen ab und um 8.00 Uhr ist er schon in der Luft.
Danke, es waren drei schöne und erfolgreiche Tage. Ich freue mich schon, wenn wir dann ab August zusammen unterwegs sind!
Heiner und ich setzen mal mit Motor, mal unter Segeln zu der Insel Sv. Klement mit ihren vielen kleinen Inselchen über. Die Überfahrt, meist unter Segel, macht Spaß, dann wird es aber etwas grausig. Die Buchten, die auf Grund ihrer Tiefe zum Ankern taugen würden, sind alle schon überfüllt. Pfingsten. Wie konnten wir vergessen, dass jetzt wieder die großen Flotten der Charteryachten unterwegs sind. Wir suchen zwischen Yachten und Motorbooten eine Lücke, drehen, kreiseln, probieren… Es ist zu eng.

In der nächsten Bucht haben wir dann Glück. Wir ankern auf 11 Meter Tiefe und geben beinahe 50 Meter Ankerkette. Um uns hat es Platz und falls der Wind sehr stark werden sollte und der Anker nicht hält, treibt es uns aus der Bucht hinaus und zur Insel Korčula hinüber. Da wollen wir in den nächsten Tagen eh hin.

